Was geschah


Mein Name ist Anna, ich bin 34 Jahre alt, Flugbegleiterin und Mutter eines  vierjährigen Jungen mit dem Namen Mat.

 

 

Mein Sohn Mat ist wahrscheinlich der erste in Dortmund geborene deutsche Bürger, welcher durch das deutsche Gericht nach Kanada ausgeliefert wurde.

 

Ich wende mich mit meinen Schreiben an Alle mit der Bitte mir zu helfen, mein Kind nach Hause zu holen.

Mat wohnte seit seiner Geburt mit mir in Dortmund und war auch dort gemeldet.

 

 

 

 

 

 

 

Hier meine Geschichte:

2005 lerne ich einen Mann auf Kuba kennen. Er ist Kanadier, ich bin Deutsche.

 

Es entwickelt sich eine Fernbeziehung zwischen Deutschland und Kanada.

2006 Er fragt, ob ich ihn heiraten würde. Ich sage, es sei noch zu früh, um über so etwas zu sprechen.

2007 Es wird ernster. Wir wollen zusammen sein, er will mit mir in  Deutschland leben (Eine Grundvoraussetzung für mich, wenn diese Beziehung  bestehen soll).

 

Er sagt mir, er sei finanziell von seinen Eltern abhängig, und dass es sein größter Traum wäre, diese Abhängigkeit baldmöglichst zu beenden. Er plant, sein Geld hauptberuflich an der Börse zu verdienen.

Ich bin ein wenig skeptisch, was die Börse anbetrifft, aber wir beschließen, dass ich weiterhin arbeiten werde, somit ist es für mich realistisch.

Er bittet mich vorerst, nicht über unsere Pläne zu sprechen.

Wir planen eine Familie, wünschen uns zwei Kinder, wir sprechen über die

kirchliche  und standesamtliche Hochzeit in Deutschland mit Familie und Freunden, wir  planen den Umzug in eine größere Wohnung, sprechen über Taufe.

 

Er  will leider nicht, dass unsere Kinder getauft werden, da er nicht gläubig ist, ich beuge mich.

Er sagt, er würde nicht sofort nach Deutschland ziehen, da er noch so viel Geld wie möglich zur Seite legen möchte, um es dann an der Börse anlegen zu können.

 

Ich bin einverstanden und wir führen weiterhin eine Fernbeziehung.

 

September2008 werde ich schwanger und wir freuen uns sehr. Ich bin überzeugt, dass er jetzt sofort nach Deutschland kommt, um bei mir zu sein.

 

 

Er kommt spontan für eine Woche, macht mir einen Heiratsantrag, ich sage ja, will aber erst heiraten, wenn das Kind da ist.

 

Er eröffnet mir, dass seine Eltern vor kurzem ein neues Geschäft aufgemacht  haben und er ihnen noch dabei helfen muss und somit noch nicht kommen kann, rechne aber mit Ende des Jahres, spätestens Anfang nächsten Jahres (2009).

 

Er fliegt zurück nach Kanada.

Nach ein paar Wochen hat er eine Idee: Er möchte ein renovierungsbedürftiges Haus in Kanada kaufen, es renovieren und gewinnbringend verkaufen, damit er einen besseren Start in Deutschland  hat. 

 

Er kommt zu Silvester 2008/2009 nach Deutschland zu Besuch. Es wird klar,  dass sich alles verschiebt, er hat noch kein Haus gefunden. Er bittet michnicht allen meinen Freunden von unseren Plänen zu erzählen, mit der  Begründung, dass seine Eltern zur Geburt nach Deutschland kommen und er nicht möchte, dass sich irgendjemand von meinen Freunden verquatscht.

 

März 2009 er hat ein Haus gefunden, welches er kauft.

 

 Mai 2009 Er kommt nach Deutschland zur Geburt unseres Sohnes Mat.

Wir sind nicht verheiratet, er erkennt die Vaterschaft an, laut Gesetz habe ich das alleinige Sorgerecht für unseren Sohn.

Er erzählt mir, dass er die Renovierungskosten und das Ausmaß unterschätzt habe und  mich finanziell nicht unterstützen könne. Ich muss die Wohnung in Deutschland  und alle meine Kosten selbst tragen.

 

Er könne es sich ebenso wenig leisten, immer nach Deutschland zu fliegen, um bei uns zu sein, fände es wäre also sinnvoller, dass ich mit dem Kind hin und her fliege, da ich ja ermäßigte Flugtickets bekomme.

 

Ich bin wütend und enttäuscht, weiß nicht wie ich alle Kosten von einem Einkommen von 850 Euro stemmen soll.

Ende Juni fliegt er nach Kanada.

Ich fliege Ende Juli das erste Mal mit unserem Sohn nach Kanada.

 

Ich sehe das Haus in natura und bin entsetzt darüber, wie viel gemacht werden muss. Er geht angeblich davon aus, dass das Haus in maximal 12 Monaten, wahrscheinlich aber früher fertig und verkauft ist.

 

Ein paar Wochen später  erzählt er mir , dass eine seiner Mitarbeiterinnen ihn wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz angezeigt habe, beteuert seine Unschuld. Ich glaube ihm.  Anfang September  fliege ich mit meinem Kind wieder nach Hause.

Aufgrund meines Bandscheibenvorfalls schließt er eine private Krankenversicherung für mich in Kanada ab.

 

Ich pendele also zwischen Deutschland und Kanada mit Kind.

 

Die Renovierung zieht sich hin.

Er behauptet, es sei aus finanzieller Sicht sinnvoll, schnell zu heiraten. Zum Beispiel sei ich danach automatisch bei ihm mitversichert.

 

 

30.10.2009 Wir heiraten spontan standesamtlich, noch nicht einmal Ringe haben wir. Wir lassen die Ehe nicht in Deutschland anerkennen.

Er erzählt mir, die Anklage wurde von der Mitarbeiterin zurückgezogen, sie hätte zugegeben, dass sie ihn fälschlicherweise beschuldigt hat. Ich glaube ihm.

 

(Im Laufe des späteren Sorgerechtverfahren in Kanada wird klar, dass es nie zu einer Verhandlung bezüglich der sexuellen Belästigung kam, da sich die „Parteien einigten.“)

Wir beantragen die Krankenversicherung, überraschenderweise wird eine Aufenthaltsgenehmigung verlangt.

 

Er sagt mir, das hätte er nicht gewusst, ich will keine Aufenthaltsgenehmigung, kann mich laut Gesetz bis zu 6 Monaten in Kanada  aufhalten.

Er droht mir, dass ich ggf. die Kosten einer Bandscheibenoperation selber tragen müsse, da er nicht das nötige Geld habe. Ich sage, dass ich nach Hause fliegen werde, wenn es schlimmer werden sollte mit dem Bandscheibenvorfall.

 

Daraufhin malt er mir ein Horrorszenario aus, in welchem ich vor Schmerzen nicht in der Lage bin, mit Kind zu fliegen.

Ich gebe nach, denn seine Argumente scheinen plausibel.

Er verlangt, dass ich nach Hause fliege, um die Aufenthaltsgenehmigung  bei der kanadischen Botschaft in Berlin zu beantragen. Ich fliege.

Wir beschließen, schon mal unseren Sohn im Kindergarten anzumelden, um  sicher zu gehen, dass er auch einen Platz hat, wenn ich wieder arbeiten  muss.

Ich melde unseren Sohn im August 2010 in Dortmund in zwei Kindergärten an.

 

 September 2010 bekomme ich eine Aufenthaltsgenehmigung für Kanada. Als ich am 9.September nach Kanada reise, ist das Haus immer noch nicht verkaufsbereit. Ich werde ungeduldig, habe mittlerweile auch kein Einkommen mehr und somit kein Geld.

Ich fliege wieder mit unserem Sohn nach Hause.

 

Januar 2011 Er überredet mich, ihm für ein paar Monate in seinem Geschäft auszuhelfen.

Ich beantrage eine Genehmigung bei meinem Arbeitgeber in Deutschland und  bekomme die Zusage, Teilzeit im Ausland arbeiten zu dürfen.

Es soll nur für ein paar Monate sein.

Ich helfe ihm aus, von Februar 2011 bis Anfang Mai 2011, dann fliege ich mit unserem Sohn nach Hause.

 

Das Gehalt aus dieser Arbeit geht auf sein Konto.

Nach ein paar Diskussionen bekomme ich auch Zugang zum Konto.

Als ich im Juni nach Kanada komme, machen wir Urlaub in Disneyland USA.

 

Am 06.07.2011 eröffnet er mir, dass er eine Affäre mit einer seiner   Mitarbeiterinnen hatte, als ich in Deutschland war.

 

Ich bin geschockt, sage ihm dass ich die Scheidung will und dass ich nach Hause  fliege. Mit unserem Sohn.

Er versucht, sich zu entschuldigen, fragt, ob ich es mir nicht noch mal  anders überlegen könne mit der Scheidung. Ich verneine.

Unvermittelt erzählt er mir eine verworrene Geschichte, in welcher er angeblich vom Freund seiner Geliebten erpresst wird. Dass  dieser nun das gleiche mit mir machen möchte, was er mit dessen Freundin gemacht hat. Er meint, wenn ich mitmachte, wären wir quitt,  alle wären glücklich und wir könnten von Neuen anfangen.

 

Ich bin erschüttert.

 

Ich packe alle meine, und auch Mat´s Sachen.

Ich fliege am 10.07.2011 mit unserem Sohn nach Hause.

Der Schwiegervater und mein noch Mann bringen uns zum Flughafen.

Unter Tränen verabschiedet sich der Schwiegervater von uns.

 

 

Zurück in Deutschland

Er bombardiert mich mit Anrufen und SMS. Bis zu 20 SMS täglich und alle paar Stunden ein Anruf. Jeden Tag.

 

Er spricht täglich bis zu 3 Mal am Tag mit unserem 2 jährigen Sohn, fängt an mir Vorwürfe zu machen, da das Kind nicht immer mit ihm sprechen will.

 

Er sagt mir, dass er vorerst nicht nach Deutschland kommen könne, da er   arbeiten müsse, um die Rechnungen zu bezahlen und um uns zu unterstützen. Er  will, dass ich mit dem Kind nach Kanada reise, damit er seinen Sohn sehen  kann. Ich sage ihm, er könne seinen Sohn jederzeit in Deutschland sehen.

 

27.07.2011 Er sperrt mir die Kreditkarte und den Zugang zum gemeinsamen  Konto, ich habe kein Geld.

Ich gehe zum Arbeitsamt, beantrage Sozialhilfe für Mat und mich.

 

Am 04.08.2011 steht die Kriminalpolizei bei mir vor der Tür.

Der Kindsvater behauptet, ich hätte das Kind aus Kanada entführt und er hätte seit mehreren Tagen kein Kontakt zum Kind. Der Kindsvater behauptet weiter, ich hätte mich in Kanada der Kindesentführung strafbar gemacht.

 

Ich lege seine schriftliche Einverständniserklärung vor, sowie mein Telefon mit eingehenden Anrufen vom Kindsvater, inklusive Gesprächsdauer.

 

Der letzte Anruf liegt wenige Stunden zurück.

 

Die Polizei wünscht mir einen schönen Abend, rät mir aber die Sache durch einen Anwalt klären zu lassen.

 

05.08.2011 Ich suche eine Anwältin auf (Gerichtskostenbeihilfe). Das Kind ist in Deutschland geboren  und seit seiner Geburt, genau wie ich, in Deutschland gemeldet. Zwar sind wir  verheiratet, aber die Ehe ist in Deutschland nicht registriert, hier werde ich als Alleinerziehende geführt, mit alleinigem Sorgerecht.

 

Wir beantragen das Aufenthaltsbestimmungsrecht beim Amtsgericht Dortmund  und bekommen es.

 

Von Amtswegen nimmt die Staatsanwaltschaft Dortmund Ermittlungen wegen Kindesentführung/Entziehung auf.

Der normale Verlauf in einem solchen Fall.

Kurze Zeit später werden diese eingestellt.

Die Staatsanwaltschaft sieht keinen Handlungsbedarf.

Es wurde nicht gegen ein Gesetz verstoßen.

 

 

Er stellt in Kanada einen Antrag nach dem Haager Übereinkommen, welcher abgelehnt wird.

(Das Haager Übereinkommen ist ein Regelwerk, dass  internationale Rechtsstreitikeiten erleichtern soll.

In einem Kapitel befasst es sich mit Familienrecht, insbesondere Kindesentführung/Entziehung Minderjähriger.)

Er nimmt sich einen deutschen Anwalt aus den USA.

 

Am 02.09.2011 verklagt mich dieser auf Kindesentführung/Entziehung nach dem Haager Übereinkommen direkt beim Amtsgericht Hamm.

 

In 90% der Haager Übereinkommen Fällen wird das Verfahren in dem Land eingeleitet, aus welchem das Kind „entführt“ wurde.

Vor dem Gerichtstermin in Deutschland bekomme ich Post aus Kanada. Ein Richterlicher Beschluss. 

 

Das kanadische Gericht ist der Meinung, dass das Kind nicht im Sinne des  Haager Übereinkommen aus Kanada entführt wurde und dass es auch nicht in Deutschland widerrechtlich zurückgehalten wird.

 

Ich bin erleichtert, weiß das dass Sorgerechtverfahren somit in Deutschlsnd fortgeführt wird.

Die Widerrechtlichkeitsbescheinigung aus Kanada wird vom Deutschen Gericht ignoriert.

 

10.10.2011 Gerichtsverhandlung Haager Übereinkommen. Ich verliere. Ich soll Mat dem Vater übergeben, wenn ich es nicht mache, wird per Gerichtsvollzieher vollstreckt.

 

Zitat aus dem Urteil des Amtsgerichts Hamm: "Selbst wenn der Antragsteller zum Teil die Unwahrheit sagen sollte, so würde damit noch keinesfalls feststehen, dass ihre streitige Behauptung der Zustimmung dargetan und bewiesen wäre.“ .

Die Richterin verweigert meiner wichtigsten Zeugin die Aussage.

 

Das Sorgerecht soll in Kanada bestritten werden, das deutsche Gericht sieht keine Kindesentführung, ist aber der Meinung, dass die kanadischen Gerichte für den Sorgerechtsprozess zuständig sind. 

Ich verstehe die Welt nicht mehr.

Kanada ist der Meinung, dass Deutschland für den Sorgerechtsprozeß zuständig ist, genau andersherum sieht es Deutschland.

Ich gehe in Berufung.

Er macht erneut eine Anzeige beim Generalstaatsanwalt in Hamm wegen Kindesentführung, kurz vor der Berufung. Auch dieses Verfahren wird eingestellt.

 

Dezember 2011 Gerichtsverhandlung vor dem Oberlandesgericht, ich bin überzeugt, dass ich gewonnen habe.

Der Richter gibt meinem noch Ehemann die Möglichkeit sich mit seinem  Anwalt zu beraten, um sich ein großzügiges Umgangsrecht in Deutschland auszuhandeln.

Mein noch Ehemann legt sich mit dem Richter an, schreit ihn an, dass nicht er, sondern das kanadische Gericht für das Sorgerecht zuständig sei.

Der Richter erklärt, dass deutsche Bürger geschützt würden, wenn ihnen Gefahr drohe, was ja offensichtlich der Fall sei. Der Richter möchte von mir wissen, ob die Eltern meines Mannes wohlhabend sind, ich bejahe, weiß aber bis heute nicht, warum der Richter diese Frage stellte.

Die Verhandlung ist viel kürzer als beim Amtsgericht, mein Anwalt ist von der Wendung des Verfahrens begeistert.

 

Ich gehe nach Hause, es ist die erste Nacht seit Monaten die ich durchschlafe.

 

 

 

Drei Tage später die unfassbare Nachricht: Ich habe verloren! Man räumt mir Zeit bis zum 23.01.2012 ein, das Kind nach Kanada zu bringen.

 

Zitat Oberlandesgericht Hamm: "Nach Ansicht des Senats steht derzeit mitnichten fest, dass das örtlich zuständige Gericht einen Verbleib von Mat in Kanada anordnen wird. Andererseits sieht sich der Senat außerstande, dem kanadischen Gericht in seiner Entscheidung soweit vorzugreifen, eine sich an den Abschluss des Sorgerechtsverfahrens anschließende Rückkehr nach Deutschland bereits als sicher zu prognostizieren. Zwar erscheint dies angesichts der Gesamtumstände wahrscheinlich, da die Kindsmutter unzweifelhaft die Hauptbezugsperson von Mat ist, diesen beanstandungsfrei versorgt und dem Kindsvater ein großzügiges Umgangsrecht zugesagt hat. Letztendlich wird es jedoch Aufgabe des zuständigen kanadischen Gerichts sein, diese Aspekte zu bewerten."

 

Ich wende mich regelmäßig an meinen Mann, mit der Bitte mir den kanadischen Pass des Kindes auszuhändigen. Er will mir den Pass nicht geben.

 

Ich wende mich an das Gericht bezüglich des Reisepasses, ich bekomme ihn nicht.

Ich lege Verfassungsbeschwerde ein. Das Bundesverfassungsgericht legt beide Urteile auf Eis, bis eine Entscheidung getroffen wird. Ein kleiner Hoffnungsschimmer.

 

Mats wird krank, Magendarmgrippe.

17.02.2012 Verfassungsbeschwerde wird abgelehnt.

 

Ich plane die Reise nach Kanada, um dort das Sorgerecht zu bestreiten. Ich teile dem deutschen Gericht mit, dass das Kind noch krankgeschrieben ist, bin aber zuversichtlich dass ich bald fliegen kann.

Mats wird bis zum 04.03.2013 krankgeschrieben.

Ich informiere das Gericht.

27.02.2012 Seine Rechtsanwältin teilt mir per E-Mail mit, dass ich am 01.03.2012 in Kanada vor Gericht erscheinen muss.

In Kanada legt nicht das Gericht die Termine fest, sondern die Parteien, und der Richter bestätigt den Termin, wenn beide Parteien mit dem Termin einverstanden sind.

Ich kontaktiere das kanadische Gericht, bitte um Terminverschiebung. Termin wird auf den 16.03.2012 verschoben.

Ich reserviere Flugtickets für den 06.03.2012

 

 

 

Der Albtraum beginnt

Er lässt Mats am 01.03.2012 um sechs Uhr Abends mit dem Gerichtsvollzieher abholen, ich fühle mich wie unter Schock. Um  diese Uhrzeit habe ich keine Möglichkeit meinen Anwalt zu ereichen.

 

Es folgt die erste, quälende Nacht ohne mein Kind.

Ich fliege am geplanten Datum nach Kanada, komme bei einer deutschen  Bekannten unter. Habe keine Ahnung wie ich rechtliche Hilfe bekomme.

 

Nach etlichen Telefonaten bekomme ich eine Liste der Anwälte, die mit Gerichtskostenbeihilfe arbeiten, zugeschickt.

 

Ich telefoniere von morgens bis abends, kein Anwalt will den Fall übernehmen.

Er macht mir Schwierigkeiten lässt mich Mats nicht sehen.

Er hat eine gerichtliche Anordnung, dass ich Mats nur unter Aufsicht sehen darf.

 

Endlich kommt es zum Besuch, ich darf mein Kind unter Aufsicht der Schwiegereltern in einem Einkaufszentrum sehen.

Die Schwiegermutter verweigert mir, dass ich meinem Sohn die Windel wechsele, will mir keine Windel geben, zieht das Kind an der Hand zu den Waschräumen, erklärt mir sie würde das jetzt machen, ich wäre nicht mehr  zuständig.

 

16.03.2012 Gerichtstermin. Ich habe keinen Anwalt, nur einen Dolmetscher.

 

Ich erfahre, dass für die Endverhandlung ein unabhängiger Richter gestellt werden soll, einer, der nicht aus der Stadt kommt, in der das Sorgerechtsverfahren stattfindet. Ich bin erleichtert, die Familie hat Beziehungen zum Bürgermeister dieser Stadt, was mich beunruhigt hatte.

Mein deutscher Pass sowie der Pass des Kindes werden mir vom kanadischen Gericht abgenommen.

Das Gericht beschließt, dass mein Sohn am gleichen Tag wieder in meine  Obhut kommt.

Er soll das Kind jedes Wochenende haben. Also vorläufiges gemeinsames Sorgerecht. Der Richter ordnet eine Einmalzahlung an mich an, damit ich bis Mai 2012 Geld zum leben habe.

Der Richter will die Endverhandlung im Mai 2012 abschließen.

Die Gegenseite will einen Anwalt des Kindes hinzuziehen.

Der Richter lehnt ab.

Ich hole Mats mit meiner deutschen Bekannten ab.

 

Mats will nach Hause, ich erkläreihm, wir müssen erst mal ein wenig in Kanada bleiben.

Ich frage ihn per E-Mail nach dem Geld, das angeordnet wurde, er will es  mir geben, wenn er Mats abholt.

Ich sage ihm, ich hätte es gerne in Bar.

Er bringt einen Scheck.

Ich kann den Scheck nicht einlösen, da ich kein Konto in Kanada habe, es will mir auch niemand ein Konto eröffnen ohne meinen Reisepass.

Ich sage ihm, dass ich dringend Geld brauche, aber den Scheck nicht einlösen kann, bitte um Bargeld, das er mir jedoch verweigert.

 

Mats schläft nachts nicht mehr durch, wacht auf und schreit sofort "Mama, Mama,

wo bist du?", lässt mich keine Sekunde aus den Augen, fängt sofort an zu weinen, sobald ich nicht in seiner Nähe bin, ich kann nicht einmal alleine  zur Toilette gehen.

Mats ist total verändert und verstört.

 

Ich habe keine Anziehsachen für das Kind, er will mir keine geben.

 

Die Bekannte hilft aus, da Sie einen Sohn in Mat´s Alter hat.

Nach zahlreichen Bankbesuchen und einer Bürgschaft von meiner Bekannten wird mir  doch ein Konto eröffnet. Es dauert noch mal eine Woche bis ich an das Geld komme.

 

Gerichtstermin 16 April Ich habe eine Anwältin, die mir aber sofort sagt, dass sie mich nicht bis zur Endverhandlung vertreten wird. Sie hat keine Erfahrung.

Die Anwältin schickt Ihren Kollegen in die Verhandlung, der scheint meine Akte eben auf dem Flur gelesen zu haben.

Besprechung von Formalitäten, Unterhalt für das Kind wird angeordnet.

 

Er provoziert mich wenn er Mat an den Wochenenden abholt, versucht zu erzwingen, dass das Kind länger bei ihm bleibt, ich will nicht mit ihm sprechen, halte einfach den Mund und drehe mich um, er ruft immer wieder meinen Namen lauter und lauter.

Die Nachbarn der Bekannten bekommen alles mit.

Weil ich nicht mit ihm reden will, poltert er minutenlang gegen die Tür, ich bekomme Angst.

 

Ich sage ihm, er soll weggehen, sonst würde ich die Polizei rufen.

 

Durch einen Trick, für welchen er unseren Sohn benutzt, bringt er mich dazu, die Türe zu öffnen, woraufhin er diese mit dem Fuß blockiert und sagt, er bestünde darauf, mit mir zu sprechen. Ich will nicht, drohe wieder mit der Polizei.

Die Nachbarn werden aufmerksam, er lässt ab.

Er bringt das Kind so wie es ihm gefällt von den Wochenenden zurück, obwohl die Gerichtsanordnung lautet, dass er das Kind um 10 Uhr morgens übergeben soll.

 

 

Er provoziert mich jedes Mal in der Hoffnung, dass ich es nervlich  nicht mehr aushalte.

Ich kann nicht weiter bei der Bekannten bleiben, Ihr Ehemann will es nicht mehr, da die Nachbarn mittlerweile reden.

 

 

Ich habe Angst um meine Arbeit, die Elternzeit endet am 12.05.2012.

 

 

Ich muss mir innerhalb einer Woche eine neue Bleibe suchen, niemand will  mir eine Wohnung für eine kurze Zeit vermieten, ich habe ein Kind und kein Einkommen und keine Möbel.

Ich finde eine möblierte, kleine Wohnung in der Nähe meiner Bekannten.

Die Miete muss ich bis Mitte Juli im Voraus zahlen.

 

Mai 2012 Er hat den Anwalt gewechselt, wird jetzt vom besten Familienanwalt Torontos vertreten.

Die Gegenseite argumentiert, dass in der kurzen Zeit nicht alle wichtigen Unterlagen aus  Deutschland übersetzt werden können, und verlangen eine Vertagung des Endprozesses.

Wieder verlangt die Gegenseite einen Anwalt für das Kind, diesmal stimmt der Richter zu und vertagt den Endprozess auf voraussichtlich  September 2012. Es wird Unterhalt für mich angeordnet. Ich werde gezwungen, beim Anwalt der Gegenseite zum Verhör zu erscheinen.

 

(Laut kanadischem Gesetzt darf der Anwalt jeder Partei die jeweilige Person im Beisein ihres Anwaltes vor der Gerichtsverhandlung ins Kreuzverhör nehmen.)

 

Obwohl ich keinen Anwalt habe, muss ich mich diesem Verhör stellen.

Es wird mir kein Dolmetscher gestellt. Es ist sehr anstrengend und ich bekomme nach einigen Stunden Kopfschmerzen. Ich verstehe die Fragen zum Teil nicht, muss immer wieder nachfragen.

Ich bin verzweifelt, muss meine Wohnung zu Hause finanzieren und die laufende Kosten. Der Unterhalt reicht nicht, um die Wohnung in Kanada zu bezahlen.

 

Mein Sohn fragt immer wieder, ob wir jetzt endlich nach Hause können.

 

Ich bekomme unbezahlten Urlaub bis  Ende September 2012 von meinem Arbeitgeber.

 

Ich suche wieder nach einer Unterkunft, was sich als unmöglich erweist, denn jeder Vermieter verlangt eine 3 Monatsmietenkaution, die ich natürlich nicht aufbringen kann. Bis jetzt ist weder Unterhalt fürs Kind noch für mich auf mein Konto eingegangen.

Er lässt die Zahlung über eine Alimentenbank laufen, diese braucht bis zu 3 Monate um einen Neuen Fall zu bearbeiten.

Meine Anwältin vertröstet mich, dass das Geld bald eingehen wird.

Ich will, dass meine Anwältin zum Gericht geht, damit ich in der Lage bin,  mir eine Wohnung zu nehmen.

Sie weigert sich, sagt mir, dass sie mich nicht abhalten könne, alleine zum Gericht zu gehen, aber dann würden sich unsere Wege jetzt trennen. Ich  erkläre ihr noch einmal meine Situation, bitte Sie inständig mir zu helfen.

Ich erhalte als Antwort, sie bekäme lediglich 80 Dollar pro Stunde von der Gerichtskostenbeihilfe und ihr normaler Stundensatz läge bei 250 Dollar plus Steuern, sie müsste ja auch Ihre Mitarbeiter bezahlen und wäre des Weiteren mitten im Umzug, weswegen sie ohnehin keine Zeit für meinen Fall habe.

Ich bin am Boden zerstört, weiß nicht mehr weiter. Es ist mittlerweile so weit, dass ich nicht mehr weiß, wovon ich Lebensmittel kaufen soll.

 

Ich nehme die Sache selbst in die Hand und gehe zum Sozialamt in Kanada, wo ich auf den Boden der Tatsachen geholt werde, indem man mir sagt, dass ich zwar eine Aufenthaltsgenehmigung für Kanada habe, aber dort defacto nicht  wohne, da mein Arbeitgeber in Deutschland ist, und ich somit in Deutschland wohne. Ich zeige das deutsche Gerichtsurteil, in dem man mir den gewöhnlichen Aufenthalt in Kanada angedichtet hat.

Dies sorgt nur für ein Schmunzeln, man erklärt mir, dass die kanadische Regierung darüber entscheidet, wer in Kanada seinen Wohnsitz hat, und nicht deutsche Gerichte.

Ich erkläre meine Situation, man sagt mir, man könne nichts für mich tun,  ich solle mich ans Gericht wenden oder an die deutsche Botschaft.

Die erste Unterhaltszahlung für das Kind und mich kommt erst 3 Monate nach Anordnung.

Ich gehe zum Gericht, da ich bald keine Unterkunft mehr habe und kein Geld für Lebensmittel.

Ich frage den Richter, ob er mir garantieren kann, dass man mir das Kind nicht wegnimmt, wenn ich ins Frauenhaus ginge. Der Richter verneint, die Garantie würde er mir nicht geben.

 

Ich breche im Gerichtgebäude zusammen.

 

Durch großes Glück lerne ich eine Frau kennen, die mir anbietet, dass ich bei Ihr zu Hause ein Zimmer mit dem Kind bewohnen kann und erst dann was zahlen muss, wenn ich Geld bekomme.

Die alte Vermieterin, die mich gerade etwas über einen Monat kennt, leiht mir Geld und lädt mich und das Kind zum Essen ein. Ich bin sehr dankbar, da ich mittlerweile noch ganze 20 Dollar im Portmonaie habe.

 

Ich ziehe bei der Frau, die ich bei Gericht kennen gelernt habe, ca. Mitte Juni ein. Was bleibt mir anderes übrig?

Sie wohnt in einem Ort der 70 km von Toronto entfernt ist. Drumherum ist nichts.

 

Es gibt einen Bus, der zwei Mal am Tag fährt von Montag bis Freitag, nicht am Wochenende.

Zum Einkaufen sind es 15 Minuten mit dem Bus oder 40 Minuten zu Fuß, nach Toronto, wo meine Bekannte wohnt, sind es 2 Stunden.

Bis zum Gericht ist es eine Stunde Busfahrt.

Ich habe keinen Anwalt und kein Geld, das Kind ist von Montag bis Freitag bei mir, ich muss es überall mithinnehmen, zum Gericht um Papiere fristgerecht einzureichen, zum Kopieren ect..

 

Er will keinen Kompromiss eingehen, er will dass Kind  nur übers Wochenende, da er ja arbeitet.

 

Ich weiß teilweise nicht, wie ich das Geld für Kopien aufbringen soll, die Gerichtskostenhilfe will es nicht decken, da ich ja kein Anwalt bin.

Nachts, wenn das Kind schläft, arbeite ich an den Gerichtspapieren, teilweise mit Google Übersetzer, da ich nicht alles verstehe.

 

Es ist eine sehr harte Zeit.

Die Gegenseite hält mich beschäftigt, andauernd muss ich zu irgendetwas Stellung nehmen, ich bin am Ende meiner Kräfte.

Nur mein Kind gibt mir noch die Kraft weiterzumachen, sowie die Aussicht darauf, dass der Horror bald vorbei ist, und wir endlich nach Hause können.

 

Es folgt ein Gerichtstermin wegen Unterhalts. Ich vertrete mich selbst, aus lauter Angst und Verzweiflung einige ich mich mit seiner Anwältin auf dem Flur des Gerichtsgebäudes. Es gibt keine Verhandlung.

 

Er lässt sich wieder Zeit mit der Zahlung. Ich erfahre später, dass er mir viel mehr hätte zahlen müssen, wenn es zur Verhandlung gekommen wäre.

Ich suche verzweifelt nach einem Anwalt, niemand will den Fall, nicht unter den gegebenen Umständen.

Meine Papiere aus Deutschland sind nicht übersetzt, die Gerichtskostenbeihilfe will mir nicht helfen, die Papiere muss ein Anwalt einreichen, damit die Übersetzung bewilligt wird, aber ich habe ja keinen.

Gerichtstermin September, der Richter teilt mit, dass die Endverhandlung im November stattfinden wird und voraussichtlich 21 Tage dauern wird, mit oder ohne Anwalt.

 

Ich habe panische Angst, dass ich meinen Arbeitsplatz verliere, wende mich an das Gericht, mit der Bitte, mit dem Kind nach Hause zu dürfen, damit ich  meine Arbeitsstelle antreten kann. Es wird mir nicht genehmigt, man sagt mir, ich könne fliegen, aber das Kind müsse bis zur Endverhandlung in Kanada bleiben.

In meiner Verzweiflung bekomme ich immer wieder Weinanfälle und weiß nicht mehr weiter, es ist die längste Zeit die ich jemals in Kanada verbracht habe.

 

 

Ich bin mit dem Kind total isoliert, keine Freunde, keine Familie, 6 Stunden Zeitverschiebung, meine Mitbewohnerin ist manchmal tagelang nicht zu Hause, mein einziger Gesprächspartner ist mein 3 Jähriger Sohn. Meine  Mitbewohnerin rät mir, einen Psychologen aufzusuchen, sagt mir aber auch, dass diese in Kanada kostenpflichtig seien.

Ich habe weder das Geld noch die Möglichkeit, mir Hilfe zu holen, das Kind ist die ganze Woche bei mir, am Wochenende komme ich nicht weg, da kein Bus fährt.

 

Ich will nur nach Hause.

 

Meine Eltern sind in großer Sorge um mich, können mir finanziell nicht helfen, mein Vater macht die Nacht zum Tag, hilft mir, emotional alles durchzustehen, hilft mir bei den Papieren, per Telefon und Google Übersetzer, verspricht mir immer wieder, dass alles gut werden würde.

Endlich eine kleine Entlastung mein Arbeitgeber hat mir letztmalig unbezahlten Urlaub gewährt bis Februar 2013.

 

Mein Vater merkt, dass es mir zunehmend schlechter geht, er kommt nach Kanada, trotz erheblicher finanzieller Probleme. Meine Mitbewohnerin und Vermieterin stellt Zimmer in Ihrem Haus zur Verfügung, entgeltfrei.

Jetzt ist wenigstens jemand für mich da, mit dem ich mich unterhalten kann, und der mich tröstet.

Meine Mutter folgt.

 

Eine Woche vor der Endverhandlung im November erbarmt sich ein Anwalt und übernimmt meinen Fall.

Mittlerweile haben sich sechs Bananenkisten an Gerichtspapieren angesammelt, und die Papiere aus Deutschland sind noch immer nicht übersetzt.

Der Anwalt erklärt mir, er würde nicht auf die Sachen in Deutschland eingehen können, die Zeit sei zu knapp, um sich komplett einzuarbeiten.

 

Ich vertraue meinem Anwalt, halte mich an alles was er sagt, dieser versucht in Windeseile, mich auf die Verhandlung vorzubereiten.

 

19 November, beginn des Endprozesses. Es stellt sich heraus, die Verhandlung wird durch einen ortsansässigen Richter geführt, der jahrelang in dieser Stadt Familienrichter ist.

Richter vom Oberlandesgericht Hamm sowie das Jugendamt Dortmund verweigern die Aussage vor dem kanadischen Gericht.

Mein Mann gibt vor dem kanadischen Gericht zu, dass er in Deutschland vor Gericht gelogen hat und alles getan hätte, nur um das Kind nach Kanada zu holen.

Der kanadische Richter ist voller Verständnis für ihn - ich bin sprachlos.

 

Ich bin völlig geschockt und verstehe die Welt nicht mehr, als an einem der Gerichtstage mein Rechtsanwalt meinem Mann seine Visitenkarte überreicht, mit der Andeutung, er mache überwiegend Strafrecht und möchte sich empfehlen.

Nach knapp 3 Wochen ist alles vorbei, der Richter weißt darauf hin, dass er erst in ein paar Monaten das Urteil verkünden wolle, da er sich einer Operation unterziehen müsse. Ich protestiere, da ich meine Arbeit wieder aufnehmen muss. Der Richter lässt sich mit der Entscheidung bis Januar 2013 Zeit.

 

Das Urteil am 07.01.2013 lautet alleiniges Sorgerecht für den Vater.

 

Die Begründung des Richters:

 

"Die Mutter scheint immer noch wütend auf den Vater zu sein und somit liegt die  Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Sie ihm Schwierigkeiten machen wird, wenn der Vater sein Umgangsrecht in Deutschland ausüben müsste."

 

Der Vater, der das Kind in Kanada nur an den Wochenenden hatte, wurde von einem Tag auf den anderen zur Hauptbezugsperson gemacht.

 

Mat darf eine Woche zu Ostern nach Hause, eine Woche in den Sommerferien und eine Woche zu Weihnachten, alle zwei Jahre. Ich darf das Kind zwei Wochen im  Sommer in Kanada besuchen.

 

Die Reisekosten des Kindes müssen von mir getragen werden.

Er verdient ca. 8000 Euro im Monat, ich noch nicht einmal 1000 Euro.

 

Ich soll Unterhalt fürs Kind zahlen, sobald ich arbeite.

Der Unterhalt für mich und das Kind wird mir sofort gestrichen.

 

 

Ich will Berufung einlegen.

Ich erfahre, dass ich die Gerichtsprotokolle für die Berufung brauche, fordere diese an und erfahre, dass diese 5000 Dollar kosten. Ich habe das Geld nicht.

Ein Anwalt für die Berufung kostet ca. 20 000 Dollar.

Ich bringe 500 Dollar auf für die Protokolle, wie ich den Rest aufbringen soll weiß ich nicht.

 

Seit Februar 2013 kann ich mit meiner Berufung nicht fortfahren, da mir die finanziellen Mittel fehlen.

Ich beantrage Gerichtskostenbeihilfe in Kanada für eine Berufung, was abgelehnt wird.

Ich lege selber Berufung ein, bevor ich nach Hause fliege. Habe keinen Anwalt für die Berufung.

 

Ich fliege am 06.02.2013 nach Hause. Ohne mein Kind.

 

Ich recherchiere zu Hause im Internet und erfahre, dass man mir Gerichtskostenbeihilfe in Kanada gewährt, wenn ich in dem Land in dem ich wohne, nicht über genügend finanzielle Mittel verfüge, und mir im Fall eines Rechtsstreites Gerichtskostenbeihilfe zustehen würde.

Beim Amtsgericht Dortmund hat man mir mitgeteilt, dass solche Bescheinigungen nicht ausgestellt werden können.

Die letzte Chance einer Berufung wurde mir somit genommen.

 

April 2013, der selbe Richter, der das Sorgerechtsurteil sprach, verurteilt mich zu einer Zahlung an meinen noch Ehemann in Höhe von 105 000 Dollar, für entstandene Anwalts- und Gerichtskosten.

Das kanadische Gericht hat 3 feste Tage in der Woche mit festen Uhrzeiten für Skype Kontakte zwischen mir und meinen Sohn festgelegt.

 

Auf meine Bitte an meinen Noch-Ehemann, es flexibel mit dem skypen zu halten Aufgrund meiner Arbeitszeiten, habe ich die Antwort bekommen, dass es eine richterliche Anordnung sei, an die ich mich zu halten habe.

Da ich arbeiten muss, ist es mir nicht immer möglich, zu den vorgegebenen Zeiten zu skypen, weswegen ich Angst habe, langsam den Kontakt zu meinem Kind zu verlieren.

Die Skype Kontakte werden jedes zweite Mal von ihm unterbrochen, da er nicht will, dass ich dem Kind sage, dass ich es liebe, vermisse, und dass es auch von der Familie und Freunden vermisst wird.

 

 

 

 

 

 

SPENDENKONTO ANNA&MAT:

 

Empfänger : Nadine Richter
Sparkasse Dortmund
Verwndungszweck: Spende für Mat
BLZ : 44050199
Kontonr: 213073648